#090 Warum ich den Fisherman’s Trail nie wieder laufen würde – und was ich dabei über mentale Stärke gelernt habe
23.06.2026 20 min
Zusammenfassung & Show Notes
Warum ich den Fisherman’s Trail nicht noch einmal laufen würde? Die Antwort überrascht vielleicht.
In dieser Folge nehme ich dich mit auf meine ganz persönliche Reise entlang der portugiesischen Küste. Über 217 Kilometer bin ich alleine gelaufen – ohne AirPods, ohne Hörbuch, ohne Ablenkung. Nur ich, meine Gedanken, meine Schmerzen, meine Zweifel und die wunderschöne Natur.
Ich erzähle dir von tiefen Sandstränden, körperlichen Grenzen, Momenten des Weinens, kleinen mentalen Zusammenbrüchen und den Erkenntnissen, die ich unterwegs gesammelt habe. Vor allem aber spreche ich darüber, wie Dankbarkeit, Achtsamkeit und die Art, wie wir mit uns selbst sprechen, darüber entscheiden können, ob wir aufgeben oder weitergehen.
In dieser Folge erfährst du:
✨ Warum mentale Stärke oft leiser aussieht, als wir denken
✨ Wie ich mit Schmerzen und negativen Gedanken umgegangen bin
✨ Weshalb Dankbarkeit mein stärkstes Werkzeug auf dem Trail wurde
✨ Warum du nicht immer alles durchziehen musst, um stolz auf dich zu sein
✨ Was ich über mich selbst gelernt habe, als ich über 200 Kilometer allein unterwegs war
✨ Weshalb ich jederzeit wieder wandern würde – aber diesen Weg nicht noch einmal laufen werde
✨ Wie ich mit Schmerzen und negativen Gedanken umgegangen bin
✨ Weshalb Dankbarkeit mein stärkstes Werkzeug auf dem Trail wurde
✨ Warum du nicht immer alles durchziehen musst, um stolz auf dich zu sein
✨ Was ich über mich selbst gelernt habe, als ich über 200 Kilometer allein unterwegs war
✨ Weshalb ich jederzeit wieder wandern würde – aber diesen Weg nicht noch einmal laufen werde
Diese Episode ist eine Mischung aus Reisebericht, Mindset-Training und einer Erinnerung daran, wie viel stärker du bist, als du vielleicht gerade glaubst.
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Transkript
Warum ich den Fisherman's Trail nicht nochmal laufen
würde, erfährst du in der heutigen Podcast-Folge,
doch zuerst das Intro.
Moin und herzlich willkommen zu Größenwahnsinnig, dem Podcast
für Frauen, die nach Größe und Sinn in
ihrem Leben streben.
Tauche ein in schamanische Weisheiten, energetische Praktiken und
Mindset-Themen, um deine innere Stärke zu entdecken.
Bist du bereit, die Kontrolle über dein Leben
zu übernehmen?
Dann lass uns gemeinsam wachsen.
Ich weiß, ich weiß, eine absolute reißerische Aussage.
Der Fisherman's Trail ist ein Küstenweg an der
Küste Portugals längs und den bin ich im
Mai gelaufen.
Und ich wollte dir ein, zwei, drei Erkenntnisse
dazu in dieser Podcast-Folge einfach sagen.
Es kann sein, dass ich abschweife.
Ich werde dir nicht jedes einzelne Detail sagen,
aber eins der größten Sachen, auf die ich
ehrlicherweise am stolzsten bin.
Ich weiß nicht, kann man stolzer sein als
stolz?
Ich weiß es nicht.
Ich bin auf jeden Fall stolz, ist, dass
ich das Ganze ohne Airpods gemacht habe, ohne
Ablenkung.
Und ich bin eigentlich, ich glaube, ich bin
20 Kilometer mit anderen mitgelaufen.
Also ich bin über 200 Kilometer gelaufen, 217.
Und ich bin 20 Kilometer maximal mit anderen
Leuten gelaufen.
Ich habe wirklich knappe 200 Kilometer alleine gemacht,
ohne Airpods, ohne Ablenkung.
Und darauf bin ich super stolz.
Weil ich wollte, das war wirklich, das war
auch das Ziel von Anfang an.
Ich wollte mit meinen Gedanken alleine sein.
Ich wollte auch mit meinen schlechten Gedanken alleine
sein.
Ich wollte auch in anstrengenden Situationen mir alleine
sein, um einfach zu gucken, wie reagiere ich
gerade auf mich?
Wie reagiere ich in welchen Situationen auf mich?
Oder ist mein Kopf eigentlich immer laut?
Und am Anfang war das alles noch tutti.
Man hat da total Bock drauf und so
weiter und so fort und einem tut noch
nichts weh.
Die ersten zehn Kilometer easy, gar kein Problem.
Man ist eher aufgeregt als alles andere.
Und an Tag zwei, das waren so 20
Kilometer und davon schon viel durch tiefen Sand.
Das war schon so, dass ich gedacht habe,
ja, okay.
Ich bin mit Barfußschuhen gelaufen.
Ich habe gemerkt, dass ich mehr ausgleichen muss
als andere mit gut gepolsterten Schuhen.
Und auch, dass ich einfach gar keinen Puffer
habe, wenn ich auf diesen harten Sand immer
auftrete.
Und da war so die erste Situation, wo
ich gemerkt habe, ja, alles klar.
Es tun mir jetzt meine Waden weh.
Ich bin das nicht so 100 Prozent gewohnt,
auf Barfußschuhen zu laufen und weiß ich auch
nicht.
Und bin dann aber weitergelaufen.
Und am Ende, also so circa Kilometer 18,
habe ich gemerkt, okay, Melanie, deine Stimmung kippt
gerade.
Deine Stimmung kippt gerade in eine Richtung, die
nicht gut ist, weil ich gemerkt habe, ich
kriege Schmerzen in den Füßen, ich kriege Schmerzen
in den Waden.
Die fangen an, sich zu verkrampfen.
Also noch nicht so richtig krampfkampf, aber du
merkst es schon, okay, die sind echt ultra
angestrengt, weil ich mache zu Hause keinen Sport.
Das ist schon echt anstrengend.
Und dann dieser tiefe Sandstrand.
Also falls mich auch dieses Jahr irgendjemand fragt,
ob ich an den Strand möchte, auf gar
keinen Fall.
Und da habe ich das erste Mal gemerkt,
okay, Melanie, du brauchst jetzt irgendeinen Mechanismus für
dich, dass du aus diesen Meckern rauskommst.
Weil ich habe für mich, ich habe da
echt immer, also ich habe nicht laut gemeckert,
aber ich habe immer nur gedacht, was machst
du eigentlich gerade?
Warum machst du das?
Warum eigentlich?
Ich habe sogar, ich habe mir das öfter
in die Frage gestellt, warum magst du eigentlich
nicht einfach einen All-Inclusive-Urlaub?
Du hättest mit einem Cocktail am Pool chillen
können.
Und jetzt läufst du hier über 200 Kilometer
den Küstenweg und ab, ich war dann, keine
Ahnung, Kilometer 28 insgesamt in dem ganzen Trail,
hatte schon keine Lust mehr.
Und da habe ich dann gesagt, okay, das
ist so die erste Herausforderung.
Spannend.
Mein Körper fängt an zu muckern.
Spannend.
Und was ich gemacht habe, weil ich alleine
war, weil ich relativ langsam gegangen bin, also
im Gegensatz zu den anderen, die hatten echt
teilweise gute, gute Schlagzahl drauf und ich bin
halt langsamer gelaufen und das war vollkommen fein
für mich.
Da habe ich mir angefangen, eine Stunde lang
zu erzählen, was alles Gute in meinem Leben
ist, wofür ich dankbar sein kann und habe
jedes einzelne Sandkorn so gesehen umgedreht und wieder
was gefunden und habe dann auf einmal, also
ich hatte innerlich auf einmal ein Gefühl, ey,
alles ist in Ordnung.
Egal, was in meinem Leben passiert ist, ich
habe Dankbarkeit.
Also ich habe wirklich und ich habe es
auch laut ausgesprochen.
Und ich habe es immer wieder erzählt und
habe nur gedacht, ja, maler, nee.
Allein nur, dass ich diesen Fisherman's Trail laufe,
Schmerzen kriege, wie dankbar ich einfach sein kann,
wie privilegiert diese Art von Schmerz ist und
diese Art von Erfahrung, weil ich muss mir
keine Gedanken machen, wie mein Brot auf den
Tisch kommt.
Ich habe keinen Krieg in meinem Land.
Also allein nur, dass ich deswegen, also ich
fühle mich so sicher in mir selbst, dass
ich anfangen kann, wandern zu gehen und zu
merken, ey, meine körperlichen Grenzen sind gerade erreicht.
Also das, und wirklich, das hat, diese Stunde
ist so schnell umgegangen und ich habe auch
die Schmerzen nicht mehr so wahrgenommen in der
Zeit.
Wenn ich mich auf die Schmerzen konzentrierte, waren
sie sofort da und das war total blöd
und dann kommt man nämlich in diese Downward
Spiral und denkt sich, naja, und das ist
alles schlecht und jetzt tut das auch noch
weh und jetzt muss ich noch drei Kilometer,
nee, nee, nee.
Und als ich dann angefangen habe, dankbar zu
sein und das auch laut auszusprechen, ging es
einfach leichter.
Und das ist wieder dieses, ey, wie redest
du mit dir?
Ist ja nicht so, dass ich hier eine
kaputte Schallplatte wäre und das immer wieder hier
sage, sondern es ist so.
Wie redest du mit dir selbst?
Du kannst deinen Tag so viel verschönern, wenn
du nicht schlecht mit dir selbst redest.
Und dann bin ich weitergelaufen.
Ich hatte, ich weiß noch, ich hatte ein
oberes Bett.
Also ich hatte, ich habe in Stockbetten geschlafen,
ich hatte ein oberes Bett.
Ja, da am nächsten Morgen wieder runter mit
Muskelkater und Fußschmerzen.
Wild, aber lässt sich natürlich nicht anmerken.
Also ich jetzt gute, gutes Pokerface hab es
mir natürlich auch nicht anmerken lassen, aber das
tat schon weh.
Ich hatte zum Glück ein bisschen Voltaren dabei,
habe dann auch meine Waden und so eingeschmiert
und Magnesium und allem möglichen.
Also ich war vorbereitet in dem Sektor und
dann kamen die nächsten 20 Kilometer tiefer Sandstrand
und danach kam noch mal 20 Kilometer Sandstrand.
Also, also wenn ihr den machen wollt, hey,
viel Spaß, überhaupt kein Problem.
Ich mache das, aber tiefer Sandstrand ist hart.
Und wenn du von 20 Kilometer, 90 Kilometer
tiefen Sandstrand hast, ist es hart.
Es ist auch irgendwann ehrlicherweise mehr mental das
Game als körperlich, obwohl körperliche Schmerzen da sind.
Also das war, das ist krass.
Das war mental wirklich anstrengend und es gab
auch einen Tag, da bin ich 32 Kilometer
gelaufen, würde ich auch niemandem empfehlen.
Ich habe ehrlicherweise so ein bisschen, ich habe
keine Unterkunft gefunden und habe dann bei Google
Maps gedacht, das ist ja gar nicht mehr
so viel weiter als das.
Turns out waren 32 Kilometer und wirklich die
letzten 10 waren einfach nur noch Hölle.
Also ich habe geweint, ich habe, es kam
mir zwei, es müssen Italiener gewesen sein, die
kamen mir einfach nur entgegen und ich bin
wirklich wie eine Omi.
Ich hatte auch so zwei Stöcker, also hier
so Wanderstöcker, wirklich absolute Empfehlung, wenn ihr wandern
gehen wollt.
Die nehmen euch wirklich viel Last auch von
den Knien und Füßen.
Aber ich bin so langsam gelaufen und die
kamen mir nur entgegen und sagten, you're tired,
nicht nur so, die waren an mir vorbei,
habe ich Angst zu weinen, weil ich wirklich
fertig war.
Ich war mental fertig, ich war vom Körper
fertig, ich war einfach nur durch und habe
dann mit Susa geschrieben, das war mein Host
für den Abend, das ist eine Deutsche, die
ausgewandert ist und hatte dann so mit ihr
geschnackt und sagte auch nur so, ja ich
würde dann und dann da und da sein
und da meinte sie nur so, ja soll
ich dir den Rucksack abnehmen, weil ich bin
da auch im Dorf, dann kannst du die
letzten zwei Kilometer ein bisschen einfacher wandern oder
die letzten vier waren es dann und ich
so, ja, wenn das passt mit dem Wandern
zusammen, why not.
Eigentlich habe ich gesagt, okay, ich möchte eigentlich
nicht, dass mein Rucksack abgenommen wird, weil für
mich dieser Rucksack auch eine Symbolik hatte, dass
ich gesagt habe, hey, ich möchte das, was
ich mir aufgeladen habe, mit mir rumschleppen, weil
hinterher kann man sich überlegen, okay, brauchte ich
das eigentlich alles, ja oder nein.
Aber an dem Tag nach 25 Kilometern habe
ich es wirklich in der Betracht gezogen, bin
aber viel zu spät an dem Treffpunkt so
gesehen angekommen und bin dann wirklich mit meinem
Sack und Pack mit 13 Kilo weiter und
da habe ich sie nämlich gefragt und sie
meinte nur so, ja, du kannst auch eine
Abkürzung nehmen, die sind nur zwei anstatt vier
Kilometern, ist halt nicht der Küstenweg, aber es
ist einfacher und ja, kannst du halt machen.
Und ich saß da mit meiner Pause und
saß da und habe nur gedacht, nee Melanie,
du machst das hier für dich und du
ziehst das jetzt durch.
Das war noch die mentale Stärke von Tag
3, obwohl es mir schon richtig schlecht ging
und ich bin wirklich den Küstenweg vier Kilometer
weiter gewandert, also bis wirklich zu ihr vier
Kilometer und bin bei ihr angekommen.
Ich war fertig, ich war wirklich fertig nach
32 Kilometern.
Sie guckte mich nur an und sagte, schön,
dass du da bist.
Ich habe wieder angefangen zu weinen.
Was man auch sagen muss, Periode Tag 1.
Das war alles, das war ein Zusammenspiel, schon
vorher Schmerzen gehabt und dann noch diese 32
Kilometer tiefer Sonnenstrand und so.
Das war wirklich, das war crazy, das war
wirklich, wirklich crazy.
Ich habe am nächsten Tag auch mich keinen
Meter bewegt.
Ich habe eine Nacht weiter bei ihr gebucht,
hatte einen richtig schönen Tag und wir haben
uns ganz viel unterhalten und ich habe mich
einfach nicht bewegt.
Aber auch da habe ich dann wieder gemerkt,
ja Melanie, es ist mentale Stärke, die du
hier gerade beweist.
Am nächsten Tag kam eine an und die
wirkte noch so frisch.
Die wirkte so frisch und fröhlich und so
und ich so, wie zum Teufel.
Ich bin hier angekommen und habe geweint, weil
ich nicht mehr konnte, weil mein Kopf nicht
mehr wollte, weil mein Körper einfach gar nicht
mehr wollte.
Und dann sagte sie, ja, ich habe die
Fähre genommen am Anfang und bin nicht die
extra vier Kilometer gelaufen.
Ich dachte, okay, haben wir schon mal vier
Kilometer gespart und so weiter und so fort.
Und dann haben wir uns auch mit Susa
unterhalten und sie sagt auch noch, Melanie, du
hast es durchgezogen.
Weil ich meinte auch so, ich war fertig.
Also wir haben uns dann darüber unterhalten, wie
einzelne Stadien sind und dann meinte Susa, denk
dran, du hast es durchgezogen.
Du hast es durchgezogen.
Es kommen hier Leute an, die nehmen den
Bus von vier, also von 15 Kilometer vorher
zu mir oder die fragen mich, ob ich
sie abholen kann oder nehmen eine Abkürzung und
so.
Du bist einfach den ganzen Weg gelaufen.
Da saß ich da das erste Mal und
ich bin ja eigentlich auch jemand, der echt
viel positiv versucht zu gucken.
Ich habe nur gedacht, ja stimmt, ich habe
es durchgezogen.
Vollkommen fertig mit den Nerven, aber ich habe
es durchgezogen.
Und nach dem Pausentag bin ich dann weitergelaufen
und jedes Mal, wenn ich Tiefen Sandstrand gesehen
habe, habe ich nur gedacht, nee, ist nicht
so.
Und es wurde nach 100 Kilometern besser.
Da kamen dann Steine.
Ich weiß nicht, ob es besser oder schlechter
war, aber es war anders.
Und ich merke, diese Podcast-Folge wird sehr
lang.
Es tut mir leid.
Nein, es tut mir nicht leid.
Eigentlich ist es eine ganz coole Story.
Ja, aber die ersten 100 Kilometer waren so
okay.
Ich habe das Gefühl, dass es immer noch
kein Ende nimmt.
Und habe mich auch zwischendurch mit anderen unterhalten,
auch beim Laufen.
Aber ich bin auch immer wieder, habe auch
immer wieder gesagt, so, und jetzt möchte ich
gerne wieder weiter alleine laufen.
Also es gibt auch Leute, die sind wirklich
von Tag zu Tag mit irgendjemand anders gelaufen.
Und ich war mir ja bewusst, ich will
alleine laufen.
Ich möchte nicht so viel mit anderen.
Also ich möchte eine Connection.
Und man kann sich auch unterhalten, aber ich
möchte das für mich tun.
Ich bin hier, um es für mich zu
tun.
Einige sind auch alleine gelaufen, aber dann mit
Kopfhörern und Hörbuch und so weiter und so
fort.
Und als wir uns dann auch am Ende,
also gegen des Endes so gesehen, unterhalten haben
mit einigen, haben auch alle gesagt, Melanie, hast
du das denn ausgehalten?
Wenn ich einen Tiefpunkt hatte, brauchte ich das.
Ich brauchte Musik, ich brauchte ein Hörbuch.
Das ist einfach, dass man das so nebenbei
läuft.
Und ich so, ja, ich kann das verstehen,
aber ich wollte genau diese Experience für mich
haben.
Und ich habe dadurch gemerkt, wie stark ich
eigentlich bin.
Und ich dachte schon, ich bin mental stark.
Aber da habe ich gemerkt, ich bin wirklich
mental stark.
Das ist crazy.
Und ich habe aber auch für mich gelernt,
nach diesen ersten 32 Kilometern, ich muss hier
niemandem was beweisen.
Ich bin hier für mich.
Und da habe ich dann nämlich auch angefangen,
mir die Wege vorher anzugucken und gemerkt, okay,
das geht fünf Kilometer bergauf an der Straße
auf Teer.
Es gab so einen Streckenabschnitt von einem Dorf,
wie gesagt, fünf Kilometer einfach nur Teerstraße nach
oben.
Habe ich geskippt.
Habe ich mir in Uber genommen.
Bin ich ehrlich, habe ich auch überhaupt kein
Problem mit das zu erzählen.
Ich habe es geskippt, weil ich gedacht habe,
nee, also ich bin hier, um eine geile
Zeit zu haben.
Ich bin hier, um mich kennenzulernen.
Ich bin hier, um andere Menschen vielleicht auch
kennenzulernen, um Connection zu machen.
Aber ich bin nicht hier, um mich einfach
nur krass selbst zu geißeln.
Und ich habe es geskippt.
Und das habe ich nochmal mit einem anderen
Weg auch gemacht.
Und abends ist es so geil, wenn man
ins Hostel geht und dann sagen alle, ja,
hast du das gemacht?
Ich so, nee, habe ich ehrlich gesagt nicht
gemacht.
Ich habe vorher geguckt und habe nur gesagt,
nee, das gebe ich den Teil.
Und alle nur so, ey, das war so
klug von dir.
Das war richtig klug von dir, das nicht
zu tun, weil das war einfach nur Scheiße.
Ich hatte eine, die ich im ersten Hostel
kennengelernt habe.
Die war irgendwann einen Tag hinter mir, weil
die hatte sich ihre Füße verbrannt und die
hatte Blasen.
Und dann hat sie einen Tag länger Pause
gemacht.
Und sie hat mich immer gefragt, wie war
denn der Tag heute?
Weil sie ja immer einen Tag später war.
Und dann habe ich ihr nur geschrieben, ja,
so und so und so und so.
Also sie hat sich auch informiert durch mich.
Ich habe mich im Internet informiert.
Sie hat sich durch mich informiert.
Ich habe dann gesagt, nee, pass auf, die
Strecke habe ich mit dem Uber gemacht.
Ganz ehrlich, skip dat Ding.
Das ist ja sowas von Scheiße.
Und sie ist mir so gesehen nachgelaufen.
Und immer, wenn ich gesagt, also es gab
auch eine Strecke, da habe ich, ich habe
ihr gesagt, so ganz ehrlich, wenn du keine
20 Kilometer laufen willst, lauf die letzten 10.
Nimm dir die ersten 10 Uber, lauf die
letzten 10, ist schöner.
Und sie hat es auch immer so hingenommen.
Sie hat es immer so angenommen und hat
es dann immer jedem erzählt auch.
Und ich, also sie sagte immer nur, ich
habe eine Informantin, ich habe eine Informantin.
Und das war total cool, weil am letzten
Tag, am letzten Abend, weil ich an einem,
an einem Ort habe ich zwei Tage frei
gemacht, so gesehen, haben wir uns nochmal mit
ganz vielen Leuten zusammengesetzt.
Und ich war mit eingeladen.
Sie sagte nur, ey, willst du mitkommen?
Und dann habe ich mich damit hingesetzt.
Ich kannte die Leute gar nicht.
Und wir haben uns dann unterhalten und so
weiter und so fort.
Und dann hieß es nur so, ja, sie
und sie, die fehlt hier, weil die war
ja immer noch einen Tag zurück.
Die hat nämlich auch nochmal einen Tag länger
Pause gemacht.
Und ich dann so, ah ja, die kennt
die auch.
Alles klar.
Und so, die ist das anders.
Und sie, und dann erzählte ich und dann
erzählte die und die, na ja, sie hatte
immer eine Informantin, die hat ihr immer gesagt
und so.
Und ich so, so, that was me.
Und dann war es so, ach, du warst
das?
Ey, crazy, jetzt lernen wir dich auch kennen.
Also, was ich daraus gelernt habe, ist, du
musst nicht alles hardcore durchziehen, wenn du es
nicht machen möchtest.
Und du kannst dir auch einfach mal die
geilen Sachen raussuchen.
Fünf Kilometer bergauf, Teerstraße, mit Barfußschuhen, auf gar
keinen Fall.
Und sowas, sowas habe ich da gelernt.
Also, ich habe gelernt, ich bin mental absolut
stark.
Habe ich geweint, hundert Prozent.
Hatte ich Schmerzen des Todes, hammerdoll.
Also, ich konnte teilweise auch nicht mehr richtig
laufen.
Morgens brauchte ich immer meinen einen Kilometer einwandern,
bevor ich überhaupt irgendwie das Gefühl hatte, dass
meine Waden auch mitmachen wollten.
Ich hatte keine einzige Blase, das muss ich
dazu gestehen, durch diese Barfußschuhe.
Ich hatte mehr Muskelarbeit in den Barfußschuhen, aber
ich hatte keine einzige Blase.
Und ich bin so stolz auf mich, dass
ich wirklich nichts gehört habe.
Und ehrlich, ich habe ganz, ganz oft auch
einfach nichts gedacht.
Und das fand ich auch total krass.
Also, ich bin schon gut im Nichtdenken.
Also, ich merke das auch hier, wenn ich
irgendwelche Sachen mache.
Mein Kopf kann ruhig werden, das habe ich
gelernt für mich.
Er kann ruhig werden.
Auch während der ganzen Zeit.
Ich habe mich teilweise dann halt auf meine
Schritte konzentriert.
Ich war sehr, sehr achtsam mit meinen Schritten
durch die Barfußschuhe und dann halt in der
zweiten Hälfte die Steine.
War ich sehr achtsam mit meinen Schritten.
Und ich habe auch ganz viel einfach nur
beobachtet.
Was sehe ich gerade?
Was sehe ich gerade nicht?
Wie sieht die Pflanze aus?
Wie sieht die Pflanze nicht aus?
Was rieche ich gerade?
Was höre ich auch gerade?
Und wenn ich mir überlege, ich hätte da
Kopfhörer drin gehabt, du kriegst deine Umgebung ja
gar nicht so mit.
Ich war sehr, sehr achtsam in der Zeit.
Mit mir selbst und mit meiner Umgebung.
Und das fand ich total schön.
Und um den Titel des Ganzen, was ich
natürlich jetzt vorher gesagt habe, ich würde ihn
nie wieder laufen, würde ich nicht.
Ich würde ihn nicht nochmal laufen.
Ich könnte dir noch 30 andere Geschichten erzählen,
aber ich sehe schon, wir sind schon fortgeschritten
in meiner Podcast-Zeit.
Aber warum ich ihn nicht wieder laufen würde,
ist, weil ich ihn schon mal gelaufen bin.
Warum soll ich es nochmal machen?
Also erstmal wüsste ich, auf was ich mich
einlasse.
Und ich glaube, deswegen würde ich es auch
nicht tun, weil dann wüsste ich nämlich, okay,
jetzt müsste ich, also, oh, an dem Punkt
war ich schon mal, jetzt muss ich eigentlich
noch sieben Kilometer, und die sieben Kilometer waren
eigentlich nie so geil.
Also von der Anstrengung her.
Also der Küstenweg ist superschön, die ganze Zeit
superschön.
Ich habe Störche gesehen und allem möglichen.
Also jeder, der Bock hat, macht es.
Ihr werdet euch höchstwahrscheinlich unterschätzen, oder beziehungsweise
überschätzen.
Ich glaube, es heißt überschätzen in dem Sinne.
Aber es ist geil gewesen.
Ich würde es trotzdem nicht nochmal machen, weil
ich ihn schon gelaufen bin.
Ich würde andere Wege gehen.
Und würde ich wieder wandern?
100 Prozent.
Also ich fand das Wandern toll, ich fand
dieses morgens aufstehen toll, sich bewegen, sich körperlich
bewegen, sich mit sich selbst auseinandersetzen, mit seinen
Gedanken, und auch vielleicht mal nichts denken, das
fand ich auch total cool.
Aber ich würde diesen Weg nicht nochmal laufen.
Und wir hatten auch teilweise 28, 29 Grad,
das ist auch absolute Hölle fürs Wandern.
Aber deswegen, also ich wollte jetzt nicht unverrichtete
Dinge hier rausgehen lassen, also ich würde ihn
einfach nicht nochmal laufen, weil ich ihn schon
mal gelaufen bin.
Aber ich würde es jedem empfehlen, der Bock
hat, macht es, es ist super anstrengend.
Und ich würde mich vorher über die Strecke
ein bisschen besser auskundschaften.
Wir hatten auch eine, die hat einfach alles
gemacht.
Es gab ganz viele von uns, die zwischendurch
mal einen Part geskippt haben oder mal einen
Pausentag gemacht haben.
Und es gab eine 66-jährige Frau, die
hat es jeden fucking Tag durchgezogen.
Das war unser Hero of the Day.
Ich habe sie leider erst zwei Tage vor
Ende kennengelernt, aber die Frau war krass.
Die war einfach nur krass.
Und die macht das auch zum Spaß.
Das ist ihre Auszeit.
Und ich fand das so geil, das macht
sie mindestens einmal im Jahr mit verschiedenen Strecken.
Ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich sie
und die anderen kennenlernen durfte.
Und wie gesagt, ich könnte noch ganz, ganz
viel weiter erzählen.
Das war eine absolut coole Erfahrung.
Ich würde es jedem empfehlen.
Ich würde die Strecke nicht wieder laufen, aber
ich würde wieder wandern gehen.
Ja, das war eher so eine Storytelling-Folge.
Aber vielleicht hast du auch was für dich
da rausgezogen.
Ich wünsche dir jetzt erst mal einen schönen
Tag.
Genieß die Sonne.
Und wir hören uns nächste Woche.
Vielen Dank, dass du heute wieder bei Größenwahnsinnig
dabei warst.
Schön, dass du dir die Zeit für dich
genommen hast.
Wenn dir diese Folge gefallen hat, abonniere den
Podcast und hinterlasse eine Größenwahnsinnige Bewertung.
Teile diese Episode mit einer Freundin, die bereit
ist, ihre persönliche Reise zu beginnen.
Und bis wir uns wieder hören, gehe mit
offenen Augen durch die Welt und werde größenwahnsinnig.
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