GRÖßENwahnSINNig

Melanie Möller

#090 Warum ich den Fisherman’s Trail nie wieder laufen würde – und was ich dabei über mentale Stärke gelernt habe

23.06.2026 20 min

Zusammenfassung & Show Notes

Warum ich den Fisherman’s Trail nicht noch einmal laufen würde? Die Antwort überrascht vielleicht.
In dieser Folge nehme ich dich mit auf meine ganz persönliche Reise entlang der portugiesischen Küste. Über 217 Kilometer bin ich alleine gelaufen – ohne AirPods, ohne Hörbuch, ohne Ablenkung. Nur ich, meine Gedanken, meine Schmerzen, meine Zweifel und die wunderschöne Natur.
Ich erzähle dir von tiefen Sandstränden, körperlichen Grenzen, Momenten des Weinens, kleinen mentalen Zusammenbrüchen und den Erkenntnissen, die ich unterwegs gesammelt habe. Vor allem aber spreche ich darüber, wie Dankbarkeit, Achtsamkeit und die Art, wie wir mit uns selbst sprechen, darüber entscheiden können, ob wir aufgeben oder weitergehen.
In dieser Folge erfährst du:
✨ Warum mentale Stärke oft leiser aussieht, als wir denken
✨ Wie ich mit Schmerzen und negativen Gedanken umgegangen bin
✨ Weshalb Dankbarkeit mein stärkstes Werkzeug auf dem Trail wurde
✨ Warum du nicht immer alles durchziehen musst, um stolz auf dich zu sein
✨ Was ich über mich selbst gelernt habe, als ich über 200 Kilometer allein unterwegs war
✨ Weshalb ich jederzeit wieder wandern würde – aber diesen Weg nicht noch einmal laufen werde
Diese Episode ist eine Mischung aus Reisebericht, Mindset-Training und einer Erinnerung daran, wie viel stärker du bist, als du vielleicht gerade glaubst.

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Transkript

Warum ich den Fisherman's Trail nicht nochmal laufen würde, erfährst du in der heutigen Podcast-Folge, doch zuerst das Intro. Moin und herzlich willkommen zu Größenwahnsinnig, dem Podcast für Frauen, die nach Größe und Sinn in ihrem Leben streben. Tauche ein in schamanische Weisheiten, energetische Praktiken und Mindset-Themen, um deine innere Stärke zu entdecken. Bist du bereit, die Kontrolle über dein Leben zu übernehmen? Dann lass uns gemeinsam wachsen. Ich weiß, ich weiß, eine absolute reißerische Aussage. Der Fisherman's Trail ist ein Küstenweg an der Küste Portugals längs und den bin ich im Mai gelaufen. Und ich wollte dir ein, zwei, drei Erkenntnisse dazu in dieser Podcast-Folge einfach sagen. Es kann sein, dass ich abschweife. Ich werde dir nicht jedes einzelne Detail sagen, aber eins der größten Sachen, auf die ich ehrlicherweise am stolzsten bin. Ich weiß nicht, kann man stolzer sein als stolz? Ich weiß es nicht. Ich bin auf jeden Fall stolz, ist, dass ich das Ganze ohne Airpods gemacht habe, ohne Ablenkung. Und ich bin eigentlich, ich glaube, ich bin 20 Kilometer mit anderen mitgelaufen. Also ich bin über 200 Kilometer gelaufen, 217. Und ich bin 20 Kilometer maximal mit anderen Leuten gelaufen. Ich habe wirklich knappe 200 Kilometer alleine gemacht, ohne Airpods, ohne Ablenkung. Und darauf bin ich super stolz. Weil ich wollte, das war wirklich, das war auch das Ziel von Anfang an. Ich wollte mit meinen Gedanken alleine sein. Ich wollte auch mit meinen schlechten Gedanken alleine sein. Ich wollte auch in anstrengenden Situationen mir alleine sein, um einfach zu gucken, wie reagiere ich gerade auf mich? Wie reagiere ich in welchen Situationen auf mich? Oder ist mein Kopf eigentlich immer laut? Und am Anfang war das alles noch tutti. Man hat da total Bock drauf und so weiter und so fort und einem tut noch nichts weh. Die ersten zehn Kilometer easy, gar kein Problem. Man ist eher aufgeregt als alles andere. Und an Tag zwei, das waren so 20 Kilometer und davon schon viel durch tiefen Sand. Das war schon so, dass ich gedacht habe, ja, okay. Ich bin mit Barfußschuhen gelaufen. Ich habe gemerkt, dass ich mehr ausgleichen muss als andere mit gut gepolsterten Schuhen. Und auch, dass ich einfach gar keinen Puffer habe, wenn ich auf diesen harten Sand immer auftrete. Und da war so die erste Situation, wo ich gemerkt habe, ja, alles klar. Es tun mir jetzt meine Waden weh. Ich bin das nicht so 100 Prozent gewohnt, auf Barfußschuhen zu laufen und weiß ich auch nicht. Und bin dann aber weitergelaufen. Und am Ende, also so circa Kilometer 18, habe ich gemerkt, okay, Melanie, deine Stimmung kippt gerade. Deine Stimmung kippt gerade in eine Richtung, die nicht gut ist, weil ich gemerkt habe, ich kriege Schmerzen in den Füßen, ich kriege Schmerzen in den Waden. Die fangen an, sich zu verkrampfen. Also noch nicht so richtig krampfkampf, aber du merkst es schon, okay, die sind echt ultra angestrengt, weil ich mache zu Hause keinen Sport. Das ist schon echt anstrengend. Und dann dieser tiefe Sandstrand. Also falls mich auch dieses Jahr irgendjemand fragt, ob ich an den Strand möchte, auf gar keinen Fall. Und da habe ich das erste Mal gemerkt, okay, Melanie, du brauchst jetzt irgendeinen Mechanismus für dich, dass du aus diesen Meckern rauskommst. Weil ich habe für mich, ich habe da echt immer, also ich habe nicht laut gemeckert, aber ich habe immer nur gedacht, was machst du eigentlich gerade? Warum machst du das? Warum eigentlich? Ich habe sogar, ich habe mir das öfter in die Frage gestellt, warum magst du eigentlich nicht einfach einen All-Inclusive-Urlaub? Du hättest mit einem Cocktail am Pool chillen können. Und jetzt läufst du hier über 200 Kilometer den Küstenweg und ab, ich war dann, keine Ahnung, Kilometer 28 insgesamt in dem ganzen Trail, hatte schon keine Lust mehr. Und da habe ich dann gesagt, okay, das ist so die erste Herausforderung. Spannend. Mein Körper fängt an zu muckern. Spannend. Und was ich gemacht habe, weil ich alleine war, weil ich relativ langsam gegangen bin, also im Gegensatz zu den anderen, die hatten echt teilweise gute, gute Schlagzahl drauf und ich bin halt langsamer gelaufen und das war vollkommen fein für mich. Da habe ich mir angefangen, eine Stunde lang zu erzählen, was alles Gute in meinem Leben ist, wofür ich dankbar sein kann und habe jedes einzelne Sandkorn so gesehen umgedreht und wieder was gefunden und habe dann auf einmal, also ich hatte innerlich auf einmal ein Gefühl, ey, alles ist in Ordnung. Egal, was in meinem Leben passiert ist, ich habe Dankbarkeit. Also ich habe wirklich und ich habe es auch laut ausgesprochen. Und ich habe es immer wieder erzählt und habe nur gedacht, ja, maler, nee. Allein nur, dass ich diesen Fisherman's Trail laufe, Schmerzen kriege, wie dankbar ich einfach sein kann, wie privilegiert diese Art von Schmerz ist und diese Art von Erfahrung, weil ich muss mir keine Gedanken machen, wie mein Brot auf den Tisch kommt. Ich habe keinen Krieg in meinem Land. Also allein nur, dass ich deswegen, also ich fühle mich so sicher in mir selbst, dass ich anfangen kann, wandern zu gehen und zu merken, ey, meine körperlichen Grenzen sind gerade erreicht. Also das, und wirklich, das hat, diese Stunde ist so schnell umgegangen und ich habe auch die Schmerzen nicht mehr so wahrgenommen in der Zeit. Wenn ich mich auf die Schmerzen konzentrierte, waren sie sofort da und das war total blöd und dann kommt man nämlich in diese Downward Spiral und denkt sich, naja, und das ist alles schlecht und jetzt tut das auch noch weh und jetzt muss ich noch drei Kilometer, nee, nee, nee. Und als ich dann angefangen habe, dankbar zu sein und das auch laut auszusprechen, ging es einfach leichter. Und das ist wieder dieses, ey, wie redest du mit dir? Ist ja nicht so, dass ich hier eine kaputte Schallplatte wäre und das immer wieder hier sage, sondern es ist so. Wie redest du mit dir selbst? Du kannst deinen Tag so viel verschönern, wenn du nicht schlecht mit dir selbst redest. Und dann bin ich weitergelaufen. Ich hatte, ich weiß noch, ich hatte ein oberes Bett. Also ich hatte, ich habe in Stockbetten geschlafen, ich hatte ein oberes Bett. Ja, da am nächsten Morgen wieder runter mit Muskelkater und Fußschmerzen. Wild, aber lässt sich natürlich nicht anmerken. Also ich jetzt gute, gutes Pokerface hab es mir natürlich auch nicht anmerken lassen, aber das tat schon weh. Ich hatte zum Glück ein bisschen Voltaren dabei, habe dann auch meine Waden und so eingeschmiert und Magnesium und allem möglichen. Also ich war vorbereitet in dem Sektor und dann kamen die nächsten 20 Kilometer tiefer Sandstrand und danach kam noch mal 20 Kilometer Sandstrand. Also, also wenn ihr den machen wollt, hey, viel Spaß, überhaupt kein Problem. Ich mache das, aber tiefer Sandstrand ist hart. Und wenn du von 20 Kilometer, 90 Kilometer tiefen Sandstrand hast, ist es hart. Es ist auch irgendwann ehrlicherweise mehr mental das Game als körperlich, obwohl körperliche Schmerzen da sind. Also das war, das ist krass. Das war mental wirklich anstrengend und es gab auch einen Tag, da bin ich 32 Kilometer gelaufen, würde ich auch niemandem empfehlen. Ich habe ehrlicherweise so ein bisschen, ich habe keine Unterkunft gefunden und habe dann bei Google Maps gedacht, das ist ja gar nicht mehr so viel weiter als das. Turns out waren 32 Kilometer und wirklich die letzten 10 waren einfach nur noch Hölle. Also ich habe geweint, ich habe, es kam mir zwei, es müssen Italiener gewesen sein, die kamen mir einfach nur entgegen und ich bin wirklich wie eine Omi. Ich hatte auch so zwei Stöcker, also hier so Wanderstöcker, wirklich absolute Empfehlung, wenn ihr wandern gehen wollt. Die nehmen euch wirklich viel Last auch von den Knien und Füßen. Aber ich bin so langsam gelaufen und die kamen mir nur entgegen und sagten, you're tired, nicht nur so, die waren an mir vorbei, habe ich Angst zu weinen, weil ich wirklich fertig war. Ich war mental fertig, ich war vom Körper fertig, ich war einfach nur durch und habe dann mit Susa geschrieben, das war mein Host für den Abend, das ist eine Deutsche, die ausgewandert ist und hatte dann so mit ihr geschnackt und sagte auch nur so, ja ich würde dann und dann da und da sein und da meinte sie nur so, ja soll ich dir den Rucksack abnehmen, weil ich bin da auch im Dorf, dann kannst du die letzten zwei Kilometer ein bisschen einfacher wandern oder die letzten vier waren es dann und ich so, ja, wenn das passt mit dem Wandern zusammen, why not. Eigentlich habe ich gesagt, okay, ich möchte eigentlich nicht, dass mein Rucksack abgenommen wird, weil für mich dieser Rucksack auch eine Symbolik hatte, dass ich gesagt habe, hey, ich möchte das, was ich mir aufgeladen habe, mit mir rumschleppen, weil hinterher kann man sich überlegen, okay, brauchte ich das eigentlich alles, ja oder nein. Aber an dem Tag nach 25 Kilometern habe ich es wirklich in der Betracht gezogen, bin aber viel zu spät an dem Treffpunkt so gesehen angekommen und bin dann wirklich mit meinem Sack und Pack mit 13 Kilo weiter und da habe ich sie nämlich gefragt und sie meinte nur so, ja, du kannst auch eine Abkürzung nehmen, die sind nur zwei anstatt vier Kilometern, ist halt nicht der Küstenweg, aber es ist einfacher und ja, kannst du halt machen. Und ich saß da mit meiner Pause und saß da und habe nur gedacht, nee Melanie, du machst das hier für dich und du ziehst das jetzt durch. Das war noch die mentale Stärke von Tag 3, obwohl es mir schon richtig schlecht ging und ich bin wirklich den Küstenweg vier Kilometer weiter gewandert, also bis wirklich zu ihr vier Kilometer und bin bei ihr angekommen. Ich war fertig, ich war wirklich fertig nach 32 Kilometern. Sie guckte mich nur an und sagte, schön, dass du da bist. Ich habe wieder angefangen zu weinen. Was man auch sagen muss, Periode Tag 1. Das war alles, das war ein Zusammenspiel, schon vorher Schmerzen gehabt und dann noch diese 32 Kilometer tiefer Sonnenstrand und so. Das war wirklich, das war crazy, das war wirklich, wirklich crazy. Ich habe am nächsten Tag auch mich keinen Meter bewegt. Ich habe eine Nacht weiter bei ihr gebucht, hatte einen richtig schönen Tag und wir haben uns ganz viel unterhalten und ich habe mich einfach nicht bewegt. Aber auch da habe ich dann wieder gemerkt, ja Melanie, es ist mentale Stärke, die du hier gerade beweist. Am nächsten Tag kam eine an und die wirkte noch so frisch. Die wirkte so frisch und fröhlich und so und ich so, wie zum Teufel. Ich bin hier angekommen und habe geweint, weil ich nicht mehr konnte, weil mein Kopf nicht mehr wollte, weil mein Körper einfach gar nicht mehr wollte. Und dann sagte sie, ja, ich habe die Fähre genommen am Anfang und bin nicht die extra vier Kilometer gelaufen. Ich dachte, okay, haben wir schon mal vier Kilometer gespart und so weiter und so fort. Und dann haben wir uns auch mit Susa unterhalten und sie sagt auch noch, Melanie, du hast es durchgezogen. Weil ich meinte auch so, ich war fertig. Also wir haben uns dann darüber unterhalten, wie einzelne Stadien sind und dann meinte Susa, denk dran, du hast es durchgezogen. Du hast es durchgezogen. Es kommen hier Leute an, die nehmen den Bus von vier, also von 15 Kilometer vorher zu mir oder die fragen mich, ob ich sie abholen kann oder nehmen eine Abkürzung und so. Du bist einfach den ganzen Weg gelaufen. Da saß ich da das erste Mal und ich bin ja eigentlich auch jemand, der echt viel positiv versucht zu gucken. Ich habe nur gedacht, ja stimmt, ich habe es durchgezogen. Vollkommen fertig mit den Nerven, aber ich habe es durchgezogen. Und nach dem Pausentag bin ich dann weitergelaufen und jedes Mal, wenn ich Tiefen Sandstrand gesehen habe, habe ich nur gedacht, nee, ist nicht so. Und es wurde nach 100 Kilometern besser. Da kamen dann Steine. Ich weiß nicht, ob es besser oder schlechter war, aber es war anders. Und ich merke, diese Podcast-Folge wird sehr lang. Es tut mir leid. Nein, es tut mir nicht leid. Eigentlich ist es eine ganz coole Story. Ja, aber die ersten 100 Kilometer waren so okay. Ich habe das Gefühl, dass es immer noch kein Ende nimmt. Und habe mich auch zwischendurch mit anderen unterhalten, auch beim Laufen. Aber ich bin auch immer wieder, habe auch immer wieder gesagt, so, und jetzt möchte ich gerne wieder weiter alleine laufen. Also es gibt auch Leute, die sind wirklich von Tag zu Tag mit irgendjemand anders gelaufen. Und ich war mir ja bewusst, ich will alleine laufen. Ich möchte nicht so viel mit anderen. Also ich möchte eine Connection. Und man kann sich auch unterhalten, aber ich möchte das für mich tun. Ich bin hier, um es für mich zu tun. Einige sind auch alleine gelaufen, aber dann mit Kopfhörern und Hörbuch und so weiter und so fort. Und als wir uns dann auch am Ende, also gegen des Endes so gesehen, unterhalten haben mit einigen, haben auch alle gesagt, Melanie, hast du das denn ausgehalten? Wenn ich einen Tiefpunkt hatte, brauchte ich das. Ich brauchte Musik, ich brauchte ein Hörbuch. Das ist einfach, dass man das so nebenbei läuft. Und ich so, ja, ich kann das verstehen, aber ich wollte genau diese Experience für mich haben. Und ich habe dadurch gemerkt, wie stark ich eigentlich bin. Und ich dachte schon, ich bin mental stark. Aber da habe ich gemerkt, ich bin wirklich mental stark. Das ist crazy. Und ich habe aber auch für mich gelernt, nach diesen ersten 32 Kilometern, ich muss hier niemandem was beweisen. Ich bin hier für mich. Und da habe ich dann nämlich auch angefangen, mir die Wege vorher anzugucken und gemerkt, okay, das geht fünf Kilometer bergauf an der Straße auf Teer. Es gab so einen Streckenabschnitt von einem Dorf, wie gesagt, fünf Kilometer einfach nur Teerstraße nach oben. Habe ich geskippt. Habe ich mir in Uber genommen. Bin ich ehrlich, habe ich auch überhaupt kein Problem mit das zu erzählen. Ich habe es geskippt, weil ich gedacht habe, nee, also ich bin hier, um eine geile Zeit zu haben. Ich bin hier, um mich kennenzulernen. Ich bin hier, um andere Menschen vielleicht auch kennenzulernen, um Connection zu machen. Aber ich bin nicht hier, um mich einfach nur krass selbst zu geißeln. Und ich habe es geskippt. Und das habe ich nochmal mit einem anderen Weg auch gemacht. Und abends ist es so geil, wenn man ins Hostel geht und dann sagen alle, ja, hast du das gemacht? Ich so, nee, habe ich ehrlich gesagt nicht gemacht. Ich habe vorher geguckt und habe nur gesagt, nee, das gebe ich den Teil. Und alle nur so, ey, das war so klug von dir. Das war richtig klug von dir, das nicht zu tun, weil das war einfach nur Scheiße. Ich hatte eine, die ich im ersten Hostel kennengelernt habe. Die war irgendwann einen Tag hinter mir, weil die hatte sich ihre Füße verbrannt und die hatte Blasen. Und dann hat sie einen Tag länger Pause gemacht. Und sie hat mich immer gefragt, wie war denn der Tag heute? Weil sie ja immer einen Tag später war. Und dann habe ich ihr nur geschrieben, ja, so und so und so und so. Also sie hat sich auch informiert durch mich. Ich habe mich im Internet informiert. Sie hat sich durch mich informiert. Ich habe dann gesagt, nee, pass auf, die Strecke habe ich mit dem Uber gemacht. Ganz ehrlich, skip dat Ding. Das ist ja sowas von Scheiße. Und sie ist mir so gesehen nachgelaufen. Und immer, wenn ich gesagt, also es gab auch eine Strecke, da habe ich, ich habe ihr gesagt, so ganz ehrlich, wenn du keine 20 Kilometer laufen willst, lauf die letzten 10. Nimm dir die ersten 10 Uber, lauf die letzten 10, ist schöner. Und sie hat es auch immer so hingenommen. Sie hat es immer so angenommen und hat es dann immer jedem erzählt auch. Und ich, also sie sagte immer nur, ich habe eine Informantin, ich habe eine Informantin. Und das war total cool, weil am letzten Tag, am letzten Abend, weil ich an einem, an einem Ort habe ich zwei Tage frei gemacht, so gesehen, haben wir uns nochmal mit ganz vielen Leuten zusammengesetzt. Und ich war mit eingeladen. Sie sagte nur, ey, willst du mitkommen? Und dann habe ich mich damit hingesetzt. Ich kannte die Leute gar nicht. Und wir haben uns dann unterhalten und so weiter und so fort. Und dann hieß es nur so, ja, sie und sie, die fehlt hier, weil die war ja immer noch einen Tag zurück. Die hat nämlich auch nochmal einen Tag länger Pause gemacht. Und ich dann so, ah ja, die kennt die auch. Alles klar. Und so, die ist das anders. Und sie, und dann erzählte ich und dann erzählte die und die, na ja, sie hatte immer eine Informantin, die hat ihr immer gesagt und so. Und ich so, so, that was me. Und dann war es so, ach, du warst das? Ey, crazy, jetzt lernen wir dich auch kennen. Also, was ich daraus gelernt habe, ist, du musst nicht alles hardcore durchziehen, wenn du es nicht machen möchtest. Und du kannst dir auch einfach mal die geilen Sachen raussuchen. Fünf Kilometer bergauf, Teerstraße, mit Barfußschuhen, auf gar keinen Fall. Und sowas, sowas habe ich da gelernt. Also, ich habe gelernt, ich bin mental absolut stark. Habe ich geweint, hundert Prozent. Hatte ich Schmerzen des Todes, hammerdoll. Also, ich konnte teilweise auch nicht mehr richtig laufen. Morgens brauchte ich immer meinen einen Kilometer einwandern, bevor ich überhaupt irgendwie das Gefühl hatte, dass meine Waden auch mitmachen wollten. Ich hatte keine einzige Blase, das muss ich dazu gestehen, durch diese Barfußschuhe. Ich hatte mehr Muskelarbeit in den Barfußschuhen, aber ich hatte keine einzige Blase. Und ich bin so stolz auf mich, dass ich wirklich nichts gehört habe. Und ehrlich, ich habe ganz, ganz oft auch einfach nichts gedacht. Und das fand ich auch total krass. Also, ich bin schon gut im Nichtdenken. Also, ich merke das auch hier, wenn ich irgendwelche Sachen mache. Mein Kopf kann ruhig werden, das habe ich gelernt für mich. Er kann ruhig werden. Auch während der ganzen Zeit. Ich habe mich teilweise dann halt auf meine Schritte konzentriert. Ich war sehr, sehr achtsam mit meinen Schritten durch die Barfußschuhe und dann halt in der zweiten Hälfte die Steine. War ich sehr achtsam mit meinen Schritten. Und ich habe auch ganz viel einfach nur beobachtet. Was sehe ich gerade? Was sehe ich gerade nicht? Wie sieht die Pflanze aus? Wie sieht die Pflanze nicht aus? Was rieche ich gerade? Was höre ich auch gerade? Und wenn ich mir überlege, ich hätte da Kopfhörer drin gehabt, du kriegst deine Umgebung ja gar nicht so mit. Ich war sehr, sehr achtsam in der Zeit. Mit mir selbst und mit meiner Umgebung. Und das fand ich total schön. Und um den Titel des Ganzen, was ich natürlich jetzt vorher gesagt habe, ich würde ihn nie wieder laufen, würde ich nicht. Ich würde ihn nicht nochmal laufen. Ich könnte dir noch 30 andere Geschichten erzählen, aber ich sehe schon, wir sind schon fortgeschritten in meiner Podcast-Zeit. Aber warum ich ihn nicht wieder laufen würde, ist, weil ich ihn schon mal gelaufen bin. Warum soll ich es nochmal machen? Also erstmal wüsste ich, auf was ich mich einlasse. Und ich glaube, deswegen würde ich es auch nicht tun, weil dann wüsste ich nämlich, okay, jetzt müsste ich, also, oh, an dem Punkt war ich schon mal, jetzt muss ich eigentlich noch sieben Kilometer, und die sieben Kilometer waren eigentlich nie so geil. Also von der Anstrengung her. Also der Küstenweg ist superschön, die ganze Zeit superschön. Ich habe Störche gesehen und allem möglichen. Also jeder, der Bock hat, macht es. Ihr werdet euch höchstwahrscheinlich unterschätzen, oder beziehungsweise überschätzen. Ich glaube, es heißt überschätzen in dem Sinne. Aber es ist geil gewesen. Ich würde es trotzdem nicht nochmal machen, weil ich ihn schon gelaufen bin. Ich würde andere Wege gehen. Und würde ich wieder wandern? 100 Prozent. Also ich fand das Wandern toll, ich fand dieses morgens aufstehen toll, sich bewegen, sich körperlich bewegen, sich mit sich selbst auseinandersetzen, mit seinen Gedanken, und auch vielleicht mal nichts denken, das fand ich auch total cool. Aber ich würde diesen Weg nicht nochmal laufen. Und wir hatten auch teilweise 28, 29 Grad, das ist auch absolute Hölle fürs Wandern. Aber deswegen, also ich wollte jetzt nicht unverrichtete Dinge hier rausgehen lassen, also ich würde ihn einfach nicht nochmal laufen, weil ich ihn schon mal gelaufen bin. Aber ich würde es jedem empfehlen, der Bock hat, macht es, es ist super anstrengend. Und ich würde mich vorher über die Strecke ein bisschen besser auskundschaften. Wir hatten auch eine, die hat einfach alles gemacht. Es gab ganz viele von uns, die zwischendurch mal einen Part geskippt haben oder mal einen Pausentag gemacht haben. Und es gab eine 66-jährige Frau, die hat es jeden fucking Tag durchgezogen. Das war unser Hero of the Day. Ich habe sie leider erst zwei Tage vor Ende kennengelernt, aber die Frau war krass. Die war einfach nur krass. Und die macht das auch zum Spaß. Das ist ihre Auszeit. Und ich fand das so geil, das macht sie mindestens einmal im Jahr mit verschiedenen Strecken. Ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich sie und die anderen kennenlernen durfte. Und wie gesagt, ich könnte noch ganz, ganz viel weiter erzählen. Das war eine absolut coole Erfahrung. Ich würde es jedem empfehlen. Ich würde die Strecke nicht wieder laufen, aber ich würde wieder wandern gehen. Ja, das war eher so eine Storytelling-Folge. Aber vielleicht hast du auch was für dich da rausgezogen. Ich wünsche dir jetzt erst mal einen schönen Tag. Genieß die Sonne. Und wir hören uns nächste Woche. Vielen Dank, dass du heute wieder bei Größenwahnsinnig dabei warst. Schön, dass du dir die Zeit für dich genommen hast. Wenn dir diese Folge gefallen hat, abonniere den Podcast und hinterlasse eine Größenwahnsinnige Bewertung. Teile diese Episode mit einer Freundin, die bereit ist, ihre persönliche Reise zu beginnen. Und bis wir uns wieder hören, gehe mit offenen Augen durch die Welt und werde größenwahnsinnig.

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